veranstaltungsprogramm

Mittwoch, 23. August 2017, 13:00 - 21:00 Uhr

Ana Mendes, a tale of Europeans, 2017

"a tale of Europeans" ist eine mehrstündige Performance, bei der die Künstlerin Ana Mendes sich selbst als Exponat inmitten von Objekten aus den Sammlungen ethnografischer und naturhistorischer Museen präsentiert.
Sie sorgt für eine Irritation des Blicks der Besucherinnen und Besucher auf Objekte aus anderen Kulturen und Spezies und deren wahrgenommene Exotik und hinterfragt Begriffe von Anthropozentrismus.
 
Am 23. August zeigt Ana Mendes ihre Performance zwischen 13:00 und 21:00 Uhr im Naturhistorischen Museum Wien - eine Kooperation zwischen dem NHM Wien und AIR–ARTIST IN RESIDENCE, dem artist in residence-Programm des Landes Niederösterreich.
Zuvor war a tale of Europeans bereits im Universalmuseum Joanneum/Naturkundemuseum in Graz, im Stuttgarter Linden-Museum sowie im Rahmen der Ausstellung Everything Is Getting Better im Projektraum Savvy Contemporary in Berlin (alle 2017) zu sehen.
 
Bei ihrer Performance im Wiener Naturhistorischen Museum wird Ana Mendes erstmals nicht eine fixe Position einnehmen, sondern sich, über das Wesen spezifischer Orte und Kontexte reflektierend, an verschiedene Stellen innerhalb des Museums bewegen. An jedem Aufstellungsort wird sie auf einem Sockel stehen, darunter ein Schild mit allen Angaben zur Person als Parodie einer üblichen Museumspräsentation.
 
Der erste Standort ist im Saal 14 der Anthropologischen Schausammlung des Museums, wo Mendes von 13.00 bis 17.00 Uhr neben den Hominiden Aufstellung nehmen wird. Um 17.00 Uhr erscheint ein Aufseher und entfernt die Beschriftungstafel, und Mendes folgt ihm in den Treppenaufgang, wo sie die Stelle des Hundes der Kaiserin Maria Theresia einnimmt. Die Künstlerin unterwandert hier die Szene eines historischen Gemäldes und stellt damit die Rolle von Kunst, Modellen und Wahrnehmung infrage. Schließlich, von 18.00 Uhr bis Betriebsschluss, wird sie in Saal 34 inmitten der großen Säugetiere stehen, als Reflexion über die Stellung des Menschen innerhalb des Artenreichtums der Säugetiere. Die wechselnden Schauplätze und Kontexte verweisen darauf, wie die Kategorisierungs­strukturen naturhistorischer Museen sich auf die Wahrnehmung der gezeigten Objekte auswirken.
 
Durch die Schaffung dieser Dramaturgie innerhalb des Museums sucht Ana Mendes das Konzept der Arbeit a tale of Europeans mit der Geschichte des Hauses zu verweben und dabei den Besucherinnen und Besuchern neue Narrative zu erschließen. Ähnlich wie in früheren Arbeiten will sie nicht nur Fragen über die Kunst im Allgemeinen aufwerfen, sondern spürt auch der eigenen Identität nach. Zur Performerin wurde sie 2010 durch Zufall, als sie Self-portrait schrieb, ein Schauspiel über ihre eigene Identität. Von einem literarischen und bildnerischen Hintergrund kommend, hat sie seitdem eine Reihe weiterer Performancearbeiten entwickelt, in denen sie sich spielerisch mit dem Dasein als zufällige Performerin auseinandersetzt. So begegnet der untrainierte Körper im Naturhistorischen Museum Wien anderen Spezies und vermengt den eigenen Zustand mit dem Narrativ des Ortes.
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