highlights der säle 1 - 5

türkis

Persien. Größe des Stückes etwa 25 x 20 cm, Inv. Nr. J 4887.

 

Türkis-Talisman

 

Das in Art eines Glück und Sieg verheißenden Talismans bearbeitete Stück ist ein Geschenk des persischen Türkisschleifers und Kaufmanns Mehdi Gassem aus Mashhad an Kaiser Franz Joseph I. im Jahre 1915. Der Türkis hat die Größe eines Straußeneies und ist in eine breite, von der Kaiserkrone überragte, reich verzierte Goldeinfassung eingelassen. Die bei größeren Türkisbrocken meist unvermeidlichen Gesteinseinschlüsse sind meisterhaft durch goldene Schriftzeichen und figurale Darstellungen überdeckt. Auf der Goldeinfassung ist neben vielen kleinen Türkisen in persischen Schriftzeichen eine Lobeshymne auf den österreichischen Kaiser angebracht: "O Kaiser von Österreich, König von Ungarn, Du Schützer des Rechtes, es schütze Dich Gott! Herzinniglich beten wir Moslems zum Schöpfer: Gib ihm Deinen Beistand und Ihm gib den Sieg!"

 

 

smaragd

Leckbachrinne, Habachtal, Salzburg. Größe des Kristalls etwa 3,5 x 2 cm, Inv. Nr. A.a. 6913.

 

Smaragd Habachtal 

 

Der Kristall ist einer der größten und schönsten dieses weltweit berühmten Vorkommens und gelangte im Jahre 1874 als ein Geschenk von A. Rueff aus Salzburg an das k.k. Mineralogische Hof-Cabinet.
 

 

topas

Alabaschka bei Mursinsk, Ural, Rußland. Größe der Stufe etwa 20 x 13 cm, Inv. Nr. F 4319. Der schwach blau gefärbte, vollkommen klare Topas-Kristall ist auf einer Gruppe von Rauchquarzkristallen aufgewachsen; daneben sind noch blättriger Albit ("Cleavelandit") und Glimmertafeln zu beobachten.

 

diamant in kimberlit

Du Toits Pan, Südafrika. Größe des Kristalls etwa 1 x 1 x 1 cm, Inv. Nr. E 1975. Der abgebildete, oktaedrische Diamantkristall wiegt etwa 10 Karat. Die Stufe ist ein Geschenk des Herrn Richard Drasche von Wartinberg an das k.k. Hof - Museum aus dem Jahre 1880.

 

platin-nugget

Ural, Sibirien, Rußland. Größe des Stückes etwa 12 x 10 x 8 cm, Inv. Nr. A.i. 731.
 

Platin-Nugget

 

Dieses Nugget ist das vermutlich zweitgrößte seiner Art und wiegt 6,2 Kilogramm. Das Stück stammt vom russischen Fürsten und Minenbesitzer Anatolij Nikolajewitsch Demidow, der es 1859 dem damaligen Direktor des Mineralien-Cabinets zum Geschenk machte.

 

gold-nugget aus dem ural

Der 548 Gramm schwere Goldklumpen aus den goldhaltigen Sanden von Miask im Ural (Inv. Nr. A.i. 739) ist ein Geschenk des Zaren Nikolaus I. an Kaiser Ferdinand I., das dieser zusammen mit etlichen anderen wertvollen Objekten als eine Auswahl russischer Mineralien und "Gebirgsarten" (d.h., Gesteine) 1836 erhielt. Auch diese Kollektion wurde an das Mineralienkabinett weitergegeben.

 

alexandrit

Takowaja, Ural, Rußland, Inv. Nrn. A.J. 484 und F 9122 (Ring).

Das wohl bedeutendste Objekt der Ringsteinsammlung stellt der abgebildete geschliffene Alexandrit aus den Smaragdgruben an der Takowaja im Ural dar. Der Stein wiegt 12,78 Karat (etwa 2,56 Gramm) und besticht durch seinen ausgeprägten Farbwandel von grün zu rot beim Wechsel von Tages- zu Kunstlicht. Er ist vollkommen frei von Einschlüssen und makellos geschliffen. Die abgebildete Stufe stammt vom gleichen Fundort. Der größte Kristall hat einen Durchmesser von etwa 6 cm.

 

turmalin

Pala, Kalifornien, USA. Größe der Stufe 18,5 x 16 cm, Inv. Nr. J 3775.

Turmalin ist der Name für eine Gruppe borhaltiger komplexer Silikate, die relativ häufig in Gesteinen vorkommen, wenn auch nur selten in Edelsteinqualität. Die 1913 vom Naturhistorischen Museum erworbene prächtige Turmalinstufe stammt aus der "Tourmaline King Mine" im Pala Distrikt (südliches Kalifornien). Südkalifornien liefert zusammen mit Brasilien die schönsten Turmaline der Welt.

 

blumenstrauß aus edelsteinen

Maria Theresia, Mitregentin in den Habsburgischen Erblanden, teilte die Interessen ihres Gemahls für die Wissenschaften. Sie schenkte Franz Stephan jenen herrlichen Blumenstrauß aus Edelsteinen, der heute mit Recht als Gründungsobjekt der Edelsteinsammlung des Wiener Museums angesehen werden kann. 761 Farbsteine und organische Substanzen und ca. 2.102 Diamanten sind zur Anfertigung dieses Juwelenbouquets - einen Blumenstrauß darstellend, mit verschiedenen kunstvoll nachgebildeten Insekten, Seidenblättern, in einer Vase aus Bergkristall gestellt - verwendet worden.
 

Edelsteinstrauß

 

Maria Theresia soll den Strauß eines Frühlingsmorgens dem Kaiser in sein Mineralienkabinett stellen haben lassen (FITZINGER, 1856). Der Tradition nach handelt es sich angeblich um eine Wiener Arbeit; der Wiener Juwelier Michael von Grosser soll diesen Strauß angefertigt haben. Es spricht aber einiges dafür, daß der Strauß vom Frankfurter Juwelier Georg Gottfried Lautensack stammt und schon der junge Goethe die Anfertigung des Kunstobjektes verfolgt hat (NIEDERMAYR, 1989). Berücksichtigt man die geschichtlichen Zusammenhänge, die von Goethe im 4. Buch seines Werkes "Aus meinem Leben" mitgeteilt werden, so muß der Strauß 1763 weitgehend vollendet gewesen sein. 1764 wurde des Kaisers Sohn, der spätere Kaiser Joseph II., in Frankfurt zum Deutschen König gekrönt und im Sommer 1765 starb der Kaiser.