"Faivovich & Goldberg. Auf der Suche nach Mesón de Fierro"

20. November 2018
Von 21. November 2018 bis 11. März 2019 zeigt das argentinische Künstler-Duo eine Kunstintervention im Saal 6 des Naturhistorischen Museums Wien.

Von 21. November 2018 bis 11. März 2019 zeigt das argentinische Künstler-Duo eine Kunstintervention im Saal 6 des Naturhistorischen Museums Wien.
 
"Auf der Suche nach Mesón de Fierro” ist der Titel einer Ausstellung des argentinischen Künstlerduos Faivovich & Goldberg, die im der Erdentstehungsgeschichte gewidmeten Saal 6 des Naturhistorischen Museums Wien gezeigt wird. Das NHM Wien beherbergt nicht nur eine der größten Meteoriten-sammlungen der Welt, sondern weist zudem eine der weltweit längsten Sammlungsgeschichten auf, die bis ins Jahr 1751 zurückreicht.
In den letzten zwölf Jahren haben die in Buenos Aires (Argentinien) ansässigen Künstler (Guillermo Faivovich, geb. 1977 und Nicolás Goldberg, geb. 1978) an einem Forschungsvorhaben gearbeitet, das sich mit den kulturellen Auswirkungen der Campo del Cielo-Eisenmeteoriten befasst, die vor etwa 4.000 Jahren im Norden Argentiniens einschlugen.
 
Eine dieser Eisenmassen, bekannt als Mesón de Fierro – der erste Meteorit, über den aus Amerika berichtet wurde – wurde 1576 von spanischen Konquistadoren erwähnt, die von Angehörigen indigener Stämme zum Einschlagsort geführt worden waren. Die ungefähr 15 bis 20 Tonnen schwere Masse wurde in den folgenden 200 Jahren noch zwei weitere Male aufgesucht. Im Verlauf dieser Expeditionen wurden genaue Berichte und Zeichnungen angefertigt sowie Proben abgeschlagen, um sie in weiterer Folge an europäische Museen zu versenden. Im Anschluss an diese Aufzeichnungen verschwand der Mesón de Fierro auf ungeklärte Weise und wurde nie wieder gesichtet. Das Gebiet ist seit jener Zeit Forschungsgegenstand zahlloser Entdeckerinnen und Entdecker, Wissenschafterinnen und Wissenschafter sowie begeisterter Amateurinnen und Amateure, die versuchten, den Meteoriten wiederzufinden – mit gemischten Ergebnissen, aber ohne einen physischen Hinweis auf seine Existenz zu erbringen.

Seit ihrer ersten Exkursion nach Campo del Cielo im Jahr 2006 widmeten sich Faivovich & Goldberg der Suche nach dieser vermissten Masse. Als die Künstler erkannten, dass sie am Einschlagsort nicht unbedingt fündig werden würden, stellten sie Nachforschungen auf der ganzen Welt an, auf der Suche nach Hinweisen des mythischen Meteoriten.
 
2017 entdeckten sie schließlich gemeinsam mit den Kuratoren in der Meteoritensammlung des NHM Wien ein 19-Gramm-Fragment, mit Inventarnummer A18, das sie nach seiner Beschaffenheit und geschichtlichen Überlieferung mit Mesón de Fierro in Verbindung bringen konnten. Im Kontext dieser Entdeckung wird die von Daniela Zyman kuratierte Intervention als Plattform für das rätselhafte erdgebundene Leben des Mesón de Fierro dienen.
 
Die Ausstellung findet mit freundlicher Unterstützung der „Botschaft der Argentinischen Republik in  Österreich“ und der „Vienna Art Week“ (19.-15- Nov.) statt.
Installationsansicht / Installation view Mesón de Fierro
© NHM Wien, Alice Schumacher
Installationsansicht / Installation view
© NHM Wien, Alice Schumacher
Installationsansicht, Fundkarte / Installation view, map
© NHM Wien, Alice Schumacher
Installationsansicht / Installation view
© NHM Wien, Alice Schumacher
Installationsansicht / Installation view Mesón de Fierro
© NHM Wien, Alice Schumacher
Installationsansicht / Installation view
© NHM Wien, Alice Schumacher
Nicolás Goldberg & Guillermo Faivovich
© NHM Wien, Kurt Kracher
Guillermo Faivovich & Nicolás Goldberg
© NHM Wien, Kurt Kracher
Nicolás Goldberg & Guillermo Faivovich
© NHM Wien, Kurt Kracher
hinten/ back: Nicolás Goldberg, Guillermo Faivovich, Christian Köberl, Maria Eugenia Varela

vorne / front: Daniela Zyman, Ludovic Ferrière


© NHM Wien, Kurt Kracher
  
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