Aktuelles

Aktuelle Grabungen am Gräberfeldareal


Die Grabungsarbeiten in den letzten Jahren bis 2017 konzentrierten sich auf den Bereich nahe des Langmoosbaches im Hochtal. In den oberen Erdschichten kamen bemerkenswerte Gräber der Hallstattkultur zu Tage, in den unteren, ab ca. 1 m Tiefe, legten die Ausgräber relativ gut erhaltene Reste einer größeren Holzkonstruktion frei. Das in den lettigen, feuchten Boden eingetiefte Becken in Blockbauweise, misst ca. 4x4 Meter, die Tiefe muss noch eruiert werden. Durch die besonderen nassen Bodenbedingungen blieben die Rundhölzer gut konserviert, denn normalerweise vermodern organische Materialien im Boden innerhalb weniger Jahre. Der vorgefundene Bau weist ähnliche Merkmale wie die bereits bekannten Becken zum Einpökeln auf, unterscheidet sich jedoch in einzelnen Details, sodass eine gleichartige Interpretation derzeit eher unwahrscheinlich erscheint. Eine auffällige Besonderheit stellen die Einkerbungen auf den Rundhölzern dar, deren Funktion noch ungewiss ist. Weitere Untersuchungen sollten hier eine Klärung liefern. Das Alter der Konstruktion hingegen konnte sowohl mit dendrochronologischer Bestimmung als auch C-14 Untersuchung um 1000 v. Chr. festgesetzt werden.
: Bronzezeitliches Becken in Blockbauweise aus Hallstatt

Digitalisierungsprojekt

Um Wissen einfacher zu verarbeiten und zu konservieren, läuft zurzeit ein Digitalisierungsprojekt in der Prähistorischen Abteilung. Im Zuge dieses Projektes werden Informationen  gesammelt und in Datenbanken eingetragen. Einen Großteil liefern dabei die Inventarbücher, die Beschreibungen der Funde sowie deren Fundort beinhalten und seit Ende 19. Jahrhunderts geführt werden.
Aufgrund ihres Alters sind vor allem die Namen der Fundorte nicht immer aktuell, dies ist dem Zerfall der Österreichischen-Ungarischen Monarchie und sonstiger Grenzänderungen geschuldet. Mit Hilfe von aktuellen als auch historischen Karten können die heutigen, landessprachlichen Namen eruiert werden. Ein Beispiel: Unter italienischer Herrschaft noch Santa Lucia genannt, änderte sich der Name durch den Anschluss an Slowenien zu Sveta Lucija ob Soči und schließlich durch eine Gesetzesänderung zu Most na Soči.
Dementsprechend beinhaltet der Arbeitsprozess nicht nur die Erfassung der Daten, sondern auch deren Aktualisierung.
 
: Inventarbucheintrag zu Funden aus Santa Lucia/Most na Soči