Erfassung der Textilgeräte in den Archiven des Naturhistorischen Museums Wien

Projektdauer: 2018-2022
Projektleitung: Mag. Ingrid Schierer
Koordination Forschung: Dr. Karina Grömer

Mitarbeiter (Archivmaterialien): Ing. Eduard Wexberg
Assoziierte Mitarbeiter:
Jana Stanicova MA (Universität Prag) im Rahmen ihrer Doktorarbeit
Ronja Lau BA (Freie Universität Berlin) im Rahmen ihrer Masterarbeit
Johanna Drefs (Universität Wien)
Sylvia Budde-Manhart (Universität Wien)

Kooperationspartner:
Center for Textile Research, Kopenhagen: www.ctr.hum.ku.dk
Universität Wien, Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie (Lehrveranstaltung Experimentelle Archäologie): https://slw.univie.ac.at/
MAMUZ im Schloss Asparn an der Zaya: www.mamuz.at

 

Untersuchungsgegenstand

Die Textilproduktion beeinflusst seit dem Neolithikum wirtschaftliche, soziale und technische Bereiche. Sie ist seit den frühesten bäuerlichen Kulturen ein wichtiger Faktor in der Menschheitsgeschichte. Geräte, die dem textilen Bereich zugeordnet werden können sind vor allem Spinnwirtel und Webgewichte, aber auch Nähnadeln, Nadelbüchsen, Kämme, Webschwerter, Spulen, Karden und durchlochte Plättchen. Webgewichte sind auf den ersten Blick ziemlich gleichförmig ­– grob lassen sich durchlochte Scheiben und durchlochte Kegelstümpfe unterscheiden – im  Detail aber sind feinere Unterschiede zu entdecken. Besonders die Gestaltung des Loches bedarf der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit, weil sie möglicherweise Aussagen über Details der Webtechnik bzw. den hölzernen Aufbau des Webgerätes zulässt.
 

Projektziel

Die Erfassung der oben genannten Objekte ist seit langem ein wissenschaftliches Desiderat. Denn während z. B. Nadeln und Spinnwirteln größere Aufmerksamkeit zuteil wird, finden sich die Webgewichte in Publikationen meist unter „sonstige Funde“. Diese Randstellung bewirkt auch eine Vernachlässigung in der Erforschung ihrer Funktion, ihrer räumlichen Verteilung und ihrer zeitlichen Einordnung. Die geplante Dokumentation soll dem abhelfen und für künftige Forschung Daten zur Verfügung stellen.

 

Ausblick

Wünschenswert ist in der Folge auch eine Zusammenführung der Ergebnisse der Studie mit den Daten aus Mittel-, Nord- und Südeuropa. Aus den Funden selbst, aus der kleinräumigen Fundverteilung innerhalb von Siedlungen und der Kartierung lassen sich bei Vorliegen der Daten neue Erkenntnisse gewinnen.

Die Datenaufnahme erfolgt nach den Richtlinien des Centers for Textile Research, Kopenhagen.
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Inventarbucheintrag zu einem Spinnwirtel
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Spinnwirtel und Spulen aus Bad Fischau, Eisenzeit
  
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