Das Naturhistorische Museum in Wien beherbergt eine der größten prähistorischen Sammlungen in Europa. Die Sammlung bronze- und eisenzeitlicher Funde gehört zu den wichtigsten Beständen dieser Sammlung. Die Funde umfassen das Territorium der ehemaligen Habsburgermonarchie, wobei neben Artefakten aus Österreich vor allem die bedeutenden Fundensembles aus dem Gebiet von Slowenien, Kroatien und auch Tschechien sowie Slowakei zu nennen sind. Wichtige Funde sind etwa die Situla von Kuffarn, der Vogelwagen aus Glasinac oder der spätbronzezeitliche Goldschatz von Arikogel. Bei den Forschungsaktivitäten zur Bronze- und Eisenzeit spielen der Fundort Hallstatt, sowohl die Obertagegrabungen (hallstattzeitliches Gräberfeld, spätbronzezeitliche Strukturen) als auch die Bergwerksgrabungen sowie die Landschaftsarchäologie eine zentrale Rolle.
Die Vernetzungen im 2. und 1. Jahrtausend v. Chr. sind ein wesentliches Forschungsdesiderat, wie auch interdisziplinäre Studien zu sozialen Strukturen und Transformationsprozessen, sowohl politischer, kultureller, technologischer oder wirtschaftlicher Art.


Ausschreibung einer akademischen Stelle in der Prähistorischen Abteilung am Naturhistorischen Museum Wien (w/m/d)


Das Naturhistorische Museum Wien besetzt eine Vollzeitstelle (40 Stunden) in der Prähistorischen Abteilung, zur Betreuung der bronze- und eisenzeitlichen Sammlung

Erforderliche Qualifikationen

  • Abgeschlossenes Studium (Doktorat) der Ur- und Frühgeschichte mit Schwerpunkt Bronze- und Eisenzeit
  • Einschlägige wissenschaftliche Erfahrungen (Metallzeiten in Zentraleuropa und Gebiete der ehemaligen Habsburgermonarchie; 2. und 1. Jts. v. Chr.)
  • Nachweis von Publikationen in internationalen Fachzeitschriften, sowie (durch extern finanzierte Projekte) nachgewiesene Forschungstätigkeit
  • Internationale Grabungserfahrung und Vernetztheit in der internationalen Forschung
  • Erfahrung im Umgang mit archäologischen, wissenschaftlich relevanten Sammlungen sowie Arbeiten am archäologischen Fundmaterial, Kenntnis klassischer (z.B. Typologie) und moderner interdisziplinärer Methoden
  • Mitarbeit an Ausstellungen und didaktischen Projekten
  • Nachweis von Teamführungserfahrung


Relevante Fähigkeiten

  • Gute wissenschaftliche Kenntnisse der bronze- und eisenzeitlichen Fundstellen des österreichischen sowie des Mittel- und Osteuropäischen Raumes
  • Interdisziplinäre Ansätze zur Erforschung der Mensch/Umwelt Beziehungen
  • Erfolgreiche Einwerbung und Leitung fachspezifischer Forschungsprojekte
  • Einsatz moderner Forschungsmethoden in Ausgrabung und Auswertung
  • Erfahrung in der Organisation wissenschaftlicher Fachtagungen und Workshops
  • Erfahrung in der Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte in Fachkreisen, Öffentlichkeit und Medien
  • Gute EDV-Kenntnisse, Erfahrung mit diversen Computeranwendungen in der Archäologie (u.a. Datenbanksysteme, Digitalisierung)
  • Exzellente Deutschkenntnisse, sehr gute Englischkenntnisse (Wort und Schrift)
  • Teamleitungserfahrung; soziale Kompetenz, Teamfähigkeit; Flexibilität und Verlässlichkeit


Aufgabenbereiche

Organisatorisches in der Abteilung

  • Koordination der Forschungsaktivitäten zur Sammlung Metallzeiten
  • Leitung der Forschungs- und Vermittlungsaktivitäten in der Außenstelle Hallstatt

Forschung

  • Planung und Umsetzung von Forschungsprojekten
  • damit verbunden die Einwerbung von Drittmitteln
  • Präsentation der Forschung bei internationalen Fachkongressen und Workshops
  • Publikation der Ergebnisse in nationalen und internationalen Fachzeitschriften
  • Interdisziplinäre Kooperation innerhalb des Naturhistorischen Museums sowie mit nationalen und internationalen Forschungsinstitutionen
     

Sammlung, Bildung und Öffentlichkeit

  • Kuratorische Betreuung, Verwaltung und Vermehrung der Sammlung Bronze- und Eisenzeit inklusive Entlehnverkehr und Gästebetreuung
  • Pflege internationaler/nationaler wissenschaftlicher und kuratorischer Kooperationen
  • Mitarbeit beim Bildungsauftrag des Museums (nationale und internationale Ausstellungen, populärwissenschaftliche Publikationen) in Abstimmung mit der Abteilung für Wissenschaftskommunikation
  • Führungen und Vorträge vor Fachpublikum wie auch der breiten Öffentlichkeit
  • Mitarbeit bei den Citizen-Science Aktivitäten des Museums
  • Beratung und Betreuung von Studentinnen und Studenten sowie Auskünfte für Laien zu den Sammlungsobjekten Bronze- und Eisenzeit
  • Kooperation mit Medien und Bildungsinstitutionen (populärwissenschaftliche Publikationen, Interviews, Beratung, Projekte etc.) in Zusammenarbeit mit der Abteilung Kommunikation und Medien

Entlohnung

Das Gehalt beträgt Euro 3.500,-- brutto, 14 x jährlich. Eine Überzahlung ist gemäß Ihrer Ausbildung und Vorerfahrung möglich.

Bewerbungen müssen beinhalten

Lebenslauf (inklusive Publikationsliste, getrennt in internationale „peer-reviewed“-Arbeiten und sonstige Arbeiten) und
Bewerbung/ Motivationsbrief mit entsprechender Darstellung der oben genannten Anforderungen
Name und Adresse von mindestens zwei (unabhängigen) Personen, die auf Anfrage eine Referenz erstellen können

Bewerbungen per E-Mail (in Form eines PDF Dokuments) sind bis spätestens 31.12.2021 an die Personalabteilung des Naturhistorischen Museums Wien zu richten:
  
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