Hawaii in der Tin Pan Alley-Ära

Die Darstellung stereotyper Elemente des Südsee-Klischees auf historischen Musiknotenblatt-Umschlägen

Mittwoch, 13. März 2024, 18:00 Uhr | NHM Vortrag
Hermann Mückler (Universität Wien)

Nach der Annexion der Hawaii-Inseln durch die Vereinigten Staaten begann das Interesse an den polynesischen Inseln auf dem amerikanischen Festland rasch zu wachsen, was sich besonders in der Musik bemerkbar machte und in der so genannten Hawaii-Musik gipfelte, die sich mit und ohne Ukulele großer Beliebtheit erfreute. In der so genannten “Tin Pan Alley“-Ära, benannt nach einer Straße in New York City, in der die meisten Notenproduzenten und -verleger ansässig waren, wurden viele Hunderte von hawaiianischen Liedern komponiert und verkauft. Die klassischen Südsee-Klischees wurden immer wieder in einer sehr engen, verklärten und unrealistischen Interpretation aufgegriffen, nicht nur in den Texten, sondern auch in der visuellen Darstellung der Notencover. Die Attraktivität der Cover-Illustrationen war entscheidend, um konkurrenzfähig zu bleiben. Der Vortrag analysiert anhand zahlreicher Abbildungen die Intentionen der Produzenten sowie die Leistungen der Grafiker, die die wenigen wiederkehrenden stereotypen Vorstellungen über Hawaii und die Südseevölker ansprechend darstellen mussten. Die Präsentation ist ein Beitrag zur visuellen Anthropologie sowie zur historischen Bildquellen- und Populärkulturforschung.

NHM Vortrag
Wissenschafter*innen des Museums und Gastvortragende präsentieren neueste Forschungsergebnisse und aktuelle Themen.
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Keine Anmeldung erforderlich, findet im Vortragssaal statt.
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